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Gesundheit
wird in der spätmodernen Gesellschaft immer
wichtiger - ein Hinweis darauf ist das seit Anfang
der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts beschleunigte
Wachstum der Krankenbehandlungssysteme. Vor dem
Hintergrund knapper öffentlicher Mittel stellt
sich die Frage, wie in der modernen Gesellschaft
mit der nach wie vor ungebrochenen Dynamik dieser
Systeme umgegangen werden soll. In den entwickelten
Ländern stellen sich Steuerungsfragen auf allen
Ebenen und werden in den letzten Jahren auch in
Österreich verstärkt diskutiert.
In
der Gesundheitssystemanalyse wird vor allem die
Makro-Ebene der Gesundheitspolitik und ihre Beziehung
zum Krankenbehandlungssystem fokussiert. Dabei geht
es meist um Auswirkungen institutioneller Arrangements,
konkreter Programme und spezifischer Entscheidungen
auf Strukturen, Prozesse und Ergebnisse im System,
auf Leistungsumfang, Effektivität, Qualität
und Zugänglichkeit, vor allem aber auf Kosten
und Effizienz. Dieses multidisziplinäre Forschungsfeld
expandierte international in den letzten zehn Jahren
stark, in erster Linie mit einer Ausrichtung auf
gesundheitsökonomische, politikwissenschaftliche
und sozialpolitische Fragestellungen und Konzepte.
Eine
soziologische Analyse von Makro-Rahmenbedingungen
des Gesundheitssystems für untersuchte Bereiche
bzw. Probleme im Meso- und Mikrobereich war von
Beginn an Teil der wissenschaftlichen Arbeit des
LBIMGS. Ein nun in enger Kooperation mit dem Institut
für Soziologie der Universität Wien entwickeltes
spezifisches Forschungsprogramm "Gesundheitssystemanalyse"
zielt darauf ab, die Analyse- und Prognosekraft
der Gesundheitssystemanalyse im engeren Sinn durch
eine aktuelle, gesellschaftstheoretisch fundierte
soziologische Perspektive zu stärken und damit
auch innovative Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Konkret wird eine empirische Analyse der Krankenbehandlungssysteme
in den österreichischen Bundesländern
vorbereitet. An der internationalen theoretischen
Diskussion beteiligt sich das Institut mit Beiträgen
aus der Perspektive moderner soziologischer Systemtheorie.
Im Rahmen der universitären Lehre werden die
Projekte und Ergebnisse in Vorlesungen und Seminare
eingebaut. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Initiierung
und Betreuung einschlägiger Magister- und Master-Arbeiten
bzw. Dissertationen. |
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