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Kurzdarstellung:
Im Oktober
2001/2 wurde die Fragebogenerhebung zum 6. Survey der WHO-Studie
"Health Behaviour in Schoolaged Children" durchgeführt.
Voraussichtlich werden bis Jahresende über vierzig Länder
daran teilgenommen haben, einige davon zunächst im Sinne
eines Probelaufs. Der weitere Zuwachs an teilnehmenden Ländern
verdankt sich dem Umstand, dass die Studie in den vergangenen
Jahren zunehmend zu einem internationalen Monitoring-Instrument
für Jugendgesundheit entwickelt wurde.
Die Studie untersucht folgende Dimensionen adoleszenter Gesundheit
am Beispiel der 11,-13,-und 15-jährigen SchülerInnen:
Ernährung und Diätverhalten, Sport-und Freizeitverhalten,
Risikoverhalten wie Rauchen und Alkoholkonsum, Unfälle und
Verletzungen, subjektive Gesundheit sowie den Einfluss von sozialer
Ungleichheit, Familie, Freunde und Schule. Die Studie basiert
methodisch auf einem Selbstausfüller Fragebogen, der einer
Zufallsstichprobe von Schulklassen aller Schultypen vorgelegt
wird. Erstmals wird auch ein Fragebogen für die jeweiligen
KlassenlehrerInnen und SchulleiterInnen erhoben, welcher Charakteristika
der Schule abfragt.
Weitere Informationen zur WHO-HBSC-Studie finden sich unter: http://www.ruhbc.ed.ac.uk/hbsc
Das LBIMGS,
vertreten durch Dr. Wolfgang Dür, ist seit 1998 Mitglied
des Coordinating Committee der Studie und dort insbesondere für
die Entwicklung von wissenschaftlich fundierten Politiken zuständig.
Die HBSC-Studie wird vom Bundesministerium für Soziale Sicherheit
und Generationen finanziert.
Der Bericht zu den Daten von 1998 wurde vom BMSG publiziert.
Der Bericht zu den Daten von 2001 ist ab Sommer 2002 im BMSG zu
beziehen.
Zusammengefasst
können folgende Ergebnisse des 6. Surveys von 2001 präsentiert
werden:
Der vorliegende - alle vier Jahre erscheinende - Bericht beschreibt
den Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten von 11-, 13-
und 15-jährigen Schulkindern sowie die diesbezüglichen
Entwicklungen seit 1990.
Gesundheit
Der leicht negative Trend für die subjektive Gesundheit der
90er Jahre setzt sich auch bis 2001 in allen Altersgruppen und
bei beiden Geschlechtern weiter fort. Immerhin ein Viertel bis
ein Drittel der SchülerInnen leidet regelmäßig
an Kopfschmerzen, Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen
und Müdigkeit oder Erschöpfung. Die durchschnittliche
Lebenszufriedenheit der österreichischen SchülerInnen
liegt bei 7,9 auf einer Skala von 0-10. Auffallend ist, dass alle
gesundheitsbezogenen Prävalenzen mit dem Alter schlechter
werden, sodass man von einem "Gesundheitsloch" sprechen
muß, das mit Einsetzen der Pubertät eintritt. Weiters
weisen Mädchen bei allen Indikatoren schlechtere Werte auf
als die Knaben.
Alkohol,
Tabak, Cannabis
Die Trendanalyse ergibt, dass der Alkoholmissbrauch seit 1998
in allen Altersgruppen gesunken ist. Besonders erfreulich ist
der deutliche Rückgang der Anzahl der 15-jährigen mit
problematischem Alkoholverhalten. Auch der stetige Zuwachs des
Zigarettenrauchens in den 90er Jahren konnte seit 1998 gebremst
werden, sodass heute wie 1998 ein Viertel der 15-jährigen
Mädchen und 20% der 15-jährigen Knaben täglich
rauchen. 13% signalisieren Bereitschaft diese Gewohnheit innerhalb
des nächsten halben Jahres aufzugeben. Die Mehrheit der 15-jährigen
ÖsterreicherInnen hatte noch keine Erfahrungen mit Cannabis,
aber 3% haben Cannabis schon öfter als 3 Mal probiert.
Sport-und
Freizeitverhalten
Mädchen sind in allen Altersgruppen durchschnittlich einen
Tag seltener körperlich aktiv als Knaben, wobei beide Geschlechter
mit zunehmendem Alter seltener Bewegung machen. Sitzende Tätigkeiten
wie Fernsehen und Computerspielen nehmen mit dem Alter zu. Sie
nehmen im Vergleich zur körperlichen Aktivität im Freizeitverhalten
der Kinder und Jugendlichen aber weniger Zeit in Anspruch. Insgesamt
betrachtet weisen 15-jährige Knaben die häufigsten Bildschirmkontakte
auf.
Ernährung
38% der Schulkinder bekommen regelmäßig 3 richtige
Mahlzeiten täglich, was den Empfehlungen der Ernährungswissenschaften
entspricht. Den niedrigen Prävalenzen für den Konsum
von Obst und Gemüse zufolge dürfte die Zusammensetzung
der Menüs allerdings nicht optimal sein. Gemüse wird
nur von einer Minderheit (16%) täglich gegessen, deutlich
mehr Kinder und Jugendliche essen dafür täglich etwas
Süßes oder trinken gezuckerte Limonaden. Auch hier
sind die Prävalenzen für die 15-Jährigen am ungünstigsten:
seltenes Obst- und Gemüseessen wird durch häufiges Naschen
konterkariert. Seit 1998 ist die Anzahl der SchülerInnen,
die täglich Obst essen sprunghaft zurückgegangen, sodass
jetzt nur mehr ein Viertel bis die Hälfte der SchülerInnen
täglich Obst ißt.
Sexualität
und Verhütung
82% der österreichischen SchülerInnen, die mit 15 Jahren
bereits Geschlechtsverkehr hatten (22%) haben ein Kondom oder
anderes sicheres Verhütungsmittel angewendet.
Gesundheitsrelevante
Settings
Insgesamt betrachtet haben die Kinder und Jugendlichen mit der
Mutter ein besseres Gesprächsklima als mit dem Vater. Ausserdem
wissen die Mütter besser Bescheid über den Aufenthalt
der Kinder in der Freizeit, wer ihre FreundInnen sind und wofür
sie ihr Geld ausgeben. Die Mehrheit der Kinder fühlt sich
von beiden Eltern liebevoll behandelt, das Gefühl verstanden
zu werden lässt allerdings mit dem Alter gegenüber beiden
Eltern stark nach und ist gegenüber dem Vater schwächer
als gegenüber der Mutter ausgeprägt. Mit 15 Jahren befindet
nur mehr ein Drittel der Jugendlichen, dass ihr Vater sie fast
immer versteht. Die meisten Kinder und Jugendlichen haben mehrere
FreundInnen und treffen diese auch regelmäßig. Vor
allem bei den 13- und 15-jährigen Mädchen ist ein Zuwachs
an Peerkontakten seit 1998 zu verzeichnen. Was die Zufriedenheit
mit der Schule betrifft, zeigen die Trendergebnisse eine sprunghafte
Verbesserung seit 1998. Es muß allerdings relativierend
hinzugefügt werden, dass sich diese Verbesserung bei den
13- und 15-Jährigen weniger zeigt als bei den 11-Jährigen.
Auch die Unterstützung durch die LehrerInnen nimmt mit zunehmendem
Alter ab. Über alle Altersgruppen betrachtet ist die Belastung
durch die Schule konstant geblieben. Obwohl das Klassenklima etwas
besser ist als die Beziehung zu den LehrerInnen, wird es insgesamt
von den SchülerInnen eher schlecht eingeschätzt.
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